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18.11.2018

Der Bergbau geht - die Musik bleibt


Zu Beginn des Feierabendkonzertes unter dem Motto „Danke Bergwerk Ibbenbüren“ verkündete Robert Kropf, der Vorsitzende des „Musikvereins Glückauf Anthrazit“, eine gute Nachricht: Trotz der Schließung der Zeche werden die beiden Orchester und der Steigerchor erhalten bleiben.

Nachdem die Glocke am Schachtturm angeschlagen war, gestaltete das jüngste Ensemble den musikalischen Einstieg. Seit Herbst 2017 spielen 15 Kinder und Jugendliche zwischen acht und zwölf Jahren zusammen. Bei ihrem ersten Auftritt vor großem Publikum interpretierten sie das „Steigerlied“ sowie Originalkompositionen von John Williams und Jacob de Haan. Hierbei zeigte der Nachwuchs, dass er sich auf einem guten Weg befindet. „Die Kleinen sind schon echt gut, mir hat „House Party“ am besten gefallen“, sagte Jutta Scibiorski aus Westerkappeln. Es sei schön mitzubekommen, wie die Kinder anfangen, ergänzte Gabriele Kohmäscher aus Lotte. Georg Stührmann vermittelt ihnen das nötige Rüstzeug, um bald bei den „Großen“ mitspielen zu können.

Am Dirigentenpult stand in dieser Woche erstmals Bastian Tillmann. Schon während des Studiums in Osnabrück spielte er in Blas- und Sinfonieorchestern mit oder leitete sie selbst. Im August 2018 hat er in Ibbenbüren den Taktstock von Georg Stührmann übernommen. Für das Feierabendkonzert hatte Tillmann unter anderem vier Werke von Thiemo Kraas (*1984) ausgewählt. „Über die Stücke für die Konzerte entscheidet immer der Dirigent, sonst hätten wir 40 verschiedene Wünsche auf dem Zettel“, erzählten Ensemblemitglieder. Das Angebot an Notenmaterial für Bläsergruppen ist sehr umfangreich. Am Donnerstagabend standen neben Johann Strauss (Sohn) eher unbekannte Komponisten im Programmheft. Der Belgier Bert Appermont war mit „Robinson Crusoe“ vertreten, Jim Steinman mit dem „Tanz der Vampire“. Das sei ein Musical mit viel Biss und schwarzem Humor, beschreibt es der Verleger. Mit Jan Van der Roost reisten die Zuhörer in die Puszta. Der Klang war vertraut und erinnerte stark an die „Ungarischen Tänze“ von Johannes Brahms.

Thiemo Kraas hat in Detmold studiert und in verschiedenen Orchestern Erfahrungen als Musiker und Dirigent gesammelt. In „Vita pro Musica“ bekam das Publikum einen Eindruck von der Gesamtheit, im weiteren Verlauf wurden auch einzelne Instrumentengruppen hervorgehoben. Kraas war bei dem Konzert selbst im Saal und dürfte sehr zufrieden mit der Aufführung gewesen sein. Die Volkslieder „Das Lieben bringt groß‘ Freud“ und „Ich weiß nicht was soll es bedeuten“ trugen durch „Lignum“, während „Abendmond“ ein sehr schönes ruhiges Stück war. Zwei Märsche von Wolfgang Wössner und Carl Faust waren Reminiszenz an den Bergbau.

Ein Medley mit Hits aus der Ära der „Neuen Deutschen Welle“ zeigte, dass deren Popularität bis in die heutige Zeit fortbesteht. Mit der „80er-KULT(tour)“ endete offiziell das Programm, aber natürlich gab es zwei Zugaben. Als die Musiker die traditionelle Kopfbedeckung mit dem roten Federbusch aufsetzten, wussten die Besucher, was dann folgte. Das Lied „Glück auf, der Steiger kommt“ kann hier wirklich jeder mitsingen und es sorgt stets für einen emotionalen Abschluss.

Im fast ausverkauften Bürgerhaus klatschten die Zuhörer lange begeistert Beifall. Es war ein gelungener Einstand für den neuen Dirigenten, der sich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Orchester freut.

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Quelle: IVZ/Brigitte Striehn

Fotos: Thorsten Schulz